Die Natur im Frühling – der Lenz ist da!

Natur im Frühling - Schneeglöckchen

,Veronika, der Lenz ist da, die Mädchen singen tralala, die ganze Welt ist wie verhext…’ – das ist mein Lieblingslied zum Frühlingsanfang. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es in den Kindergärten nicht geübt. Doch ein ist sicher: Die Welt ist wie verhext!

Die Welt ist wie verhext

In meinem Vorgarten gab es bereits vor Weihnachten die ersten Anzeichen des Frühlings! Die Osterglocken steckten nämlich ihre Köpfe aus der Erde. Die zarten Tulpenköpfe waren noch vor Heiligen Drei Königen zu sehen.
Ich hoffte sehr, dass kein Schnee und Frost kommen würde, bevor unser Weihnachtsbaum entsorgt werden konnte. Und ich hatte Glück! Alle Osterglocken und Tülpchen haben rechtzeitig Frostschutz aus Tannenästen erhalten. Wir hatten dieses Jahr wieder einen echten Weihnachtsbaum – bio und regional aus der Baumschule unseren Vertrauens. Wie lange die Tannenäste bleiben, ist noch ungewiss. Denn im letzten Jahr fiel der erste Schnee erst im März.

Viele Vögel sind schon da!

Der Winter war für uns alle hart, aber nicht wegen der Witterung. Die Natur erwacht ungeachtet dessen langsam zum Leben und die Maskenpflicht entfällt hoffentlich bald. Die Vögel zwitschern jetzt tatsächlich viel lauter. Hast du auch mit deinen Kids die Vögel im Winter gezählt? Rund 176.000 Menschen haben bei der zwölften „Stunde der Wintervögel“ von NABU mitgemacht und im Schnitt 35,5 Vögel in einer Stunde gezählt. Das ist zwar etwas mehr als im Vorjahr, aber immer noch deutlich unter dem langjährigen Schnitt (NABU).

Schere schleifen und ab in den Baum

Wer einen eigenen Garten hat, egal ob privat oder in einer Kleingartenkolonie, dem raucht der Kopf im Februar besonders stark. Die ambitionierten Hobbygärtner kümmern sich um Saatgut, planen die Beete und perfektionieren den Pflanzkalender.
Damit es mit der Versorgung mit Obst und Beeren gut klappt, sollen bald die Obstbäume und die Sträucher richtig und naturgemäß geschnitten werden. Doch wann ist der perfekte Zeitpunkt dafür? ,Wenn ich keine Lust habe rauszugehen, dann ist es auch nicht der richtige Zeitpunkt Bäume zu schneiden.‘, sagt Andreas Siegele, der Obstbaumberater der Stadt Stuttgart. Es soll in der Tat nicht regnen, sonst bildet sich an den Schnittstellen Schimmel. Es ist am bequemsten im unbelaubten Zustand Obstbäume zu schneiden. Kurz bevor der Baum ausschlägt, kann man mit dem Schneiden loslegen. Denn dann kann der Baum gleich mit der Wundversorgung beginnen.
Und wie erkennt man es, dass der Baum bald ausschlägt? Welcher Ast soll raus? Das lernt man am besten in einem Baumschnittkurs. Ein richtig gepflegter Obstbaum bedankt sich mit einer reichen Ernte und bleibt lange vital.

Bloß nicht zu viel machen

Ein guter Gärtner ist ein fauler Gärtner. Schneidest du viel, förderst du den Wachstum und es bilden sich sogenannte Wassertriebe. Der Baum sieht dann aus, wie ein Besen. Wassertriebe tragen darüberhinaus kein Obst. Auch bei Hecken soll man mit dem schneiden warten. Der beste Zeitpunkt dafür ist nach dem Johanni, sagt man im Schwabenland, also nach dem 23. Juni. Ja, richtig gelesen!

Ist das grüne Esoterik?

Mir geht es in diesem Artikel nicht um grüne Esoterik, Ratgeber für Hobbygärtner oder Kleingartenromantik. Mir geht es um klare und harte wissenschaftliche Fakten und Naturgesetze. Wer sich in einem Garten, im Obstbau oder in der Landwirtschaft betätigt, der kennt die Folgen des Klimawandels.

Der Klimawandel wird kaum noch von jemanden bestritten. Mit der Umsetzung der Klimaziele klappt es jedoch nicht ganz. Die meisten Widerstände und Bedenken betreffen die Finanzierung des Umbaus der Wirtschaft. Ökonomen sprechen aktuell von einer Grünflation. Die Energiewende soll an den steigenden Energiepreisen schuld sein. Kaum jemand nennt jedoch die Börsenspekulationen mit Erdöl- und Gas oder die neuesten politischen Kriegsspiele als Preistreiber.

Kaum jemand will heute wissen, dass die Kosten der Beseitigung von Hochwasserschäden in Deutschland auf 47 Milliarden geschätzt werden. Eine Katastrophe, die sich im Sommer 2021 vor unseren Toren ereignete, ist auf menschengemachten Klimawandel zurückzuführen. Bis heute wird sie politisch aufgearbeitet und nach Verantwortlichen gesucht. Denn trotz Warnungen gab es so viele Tote. Derartige Katastrophen werden sich leider wiederholen können, warnen Experten seit vielen Jahren.

Bäume schneiden kann man lernen. Es ist allerdings ein langjähriger Prozess. Läuft man an den Stuttgarter (Klein)Gärten vorbei, stellt man fest, wie geduldig die Bäume die Kreativität ihrer Besitzer ertragen. Da fehlt es oft am Verständnis und mehrere Baumschnittkurse könnten Abhilfe schaffen.
Doch der Klimaschutz kann nicht warten. Es steht jedoch jedem offen, sich zu dem Thema zu informieren und zu handeln. Es geht schließlich um die Zukunft unserer Kinder.

Deine Alicja von kapelusch

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