Leckerer Honig und bedrohte Bienen

Honig und Biene aus Filz

Was wäre die Weihnachtsbäckerei ohne den leckeren Honig? Manche können sich ein Frühstückbrötchen oder Haferbrei, auch als Porridge bekannt, ohne Honig kaum vorstellen. Was wäre die Welt ohne die fleißigen Bienen?

Honig – das flüssige Gold

Das reine Naturprodukt Honig – auch Speise der Götter oder flüssiges Gold genannt, wird immer beliebter. Im 19. Jahrhundert vom Markt durch den industriell hergestellten Zucker aus Zuckerrüben beinahe verdrängt, erlebt Honig zur Zeit seine Renaissance.

Honig schätzen wir nicht nur wegen des guten und süßen Geschmacks. Honig soll gut für unsere Gesundheit sein. Wer kennt diese Medizin nicht: Honig und lauwarme Milch als Mittel gegen die Erkältung? Die im Honig enthaltenen Enzyme sollen nämlich antibakteriell wirken und sogar Schmerzen lindern.

Gegen schwer heilende Wunden soll Manuka-Honig helfen. Im Jahr 2008 hat Prof. Thomas Henle vom Lehrstuhl für Lebensmittelchemie der TU Dresden die Ursache der keimtötenden Wirkung von Manuka-Honig entschlüsselt.

Noch wenig bekannt ist die Bienenstocklufttherapie. Die eingeatmete Luft aus dem Bienenstock soll gegen Bronchitis, Asthma oder Allergien wie Heuschnupfen helfen. Die TU Dresden hat eine Studie zur Wirksamkeit dieser Therapie durchgeführt. Die Ergebnisse an Probanden belegen, dass die Therapie Sinn macht. Sie müssen nun in einer medizinischen Studie im nächsten Jahr bestätigt werden.

Die Bioimker sind überzeugt, dass der Honig ,aus der Gegend’ hilfreich gegen den Heuschnupfen ist oder zumindest die Beschwerden lindert.

Honig - Sortenvielfalt

Die Vielfalt und die Qualität des Honigs

Honig gibt es in vielen verschiedenen Farben, von hellgelb bis dunkelbraun, Geschmacksrichtungen, Konsistenzen und Inhaltsstoffen. Viele Faktoren wie die Jahreszeit oder der Standort und die Pflanzen, die die Bienen bestäuben, beeinflussen diese Eigenschaften.

Honig besteht zu 80 % aus Glukose (Traubenzucker) und Fruktose (Fruchtzucker), das Verhältnis variiert von Sorte zu Sorte, und zu 18 % aus Wasser. Enzyme, Vitamine, organische Säuren, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe ergänzen die Liste.

Ob Akazienhonig, Rapshonig, Waldhonig oder Lavendelhonig besser schmeckt, ist sehr individuell. Echte Honigliebhaber testen verschiedene Sorten.

Honig kann stark durch Pestizide verunreinigt sein. Dies können sogar die Bioimker nicht verhindern, aber stark beeinflussen. Die Pestizide und somit die Qualität des Honigs lassen sich nur im Labor bestätigen.

Es ist wichtig auf die regionale Herkunft des Honigs zu achten. Idealerweise sollten wir Honig von Demeter-Imker kaufen. Sie haben eine artgerechte bzw. wesensgemäße Bienenhaltung entwickelt.

Wichtig ist es ebenfalls auf die regionale Herkunft des Honigs zu achten. Der Honig im Supermarkt hat eine ungeklärte Herkunft und oft lange Transportwege hinter sich. Honigverfälschungen kommen oft vor.

Echter Honig kristallisiert immer und ist immer kaltgeschleudert. Wird der Honig erhitzt, wirkt sich das negativ auf die Qualität aus und die vielen guten Eigenschaften gehen verloren.

Eine köstliche Rarität ist der Stadthonig. In den Stadtgärten ist die pflanzliche Vielfalt viel größer und die Pestizide kommen kaum oder gar nicht zum Einsatz.

Der Nektar von Robinien, Kastanien und Blumen und Kräuter in den Gärten oder Blumenwiesen auf öffentlichen Flächen verleihen dem Stadthonig eine besondere Note.

In den Städten steigt die Begeisterung für die Bienen, den Honig und somit auch die Anzahl der Hobbyimker. In unmittelbarer Nähe von meinem Wohnort sind mindestens 5 Imker ansäßig!

Honigbienen am Bienenstock

Fleißige Bienchen

Den Ruf besonders fleißig zu sein, haben die Bienen wohl verdient. Das liegt nicht nur an den vielen Kilometern, die sie täglich beim Bestäuben und Sammeln vom Nektar zurücklegen. Immerhin produziert ein Bienenvolk zwischen 12 und 30 kg Honig im Jahr. Eine sehr gute Ernte kann auch mal 75 kg Honig bringen.

Für 200g Honig fliegen die Bienen ca. 800.000 Blüten an, um Nektar zu sammeln (Probiene).

Die durch die Bienen bestäubten Nutzpflanzen bringen höhere Erträge und die Qualität der Früchte ist wesentlich besser. Somit erzielen sie einen höheren Handelswert.

Doch die hohen Honigerträge, die konventionelle Berufsimker erreichen, schaden den Bienen enorm. Ähnlich wie bei der Massentierhaltung, handelt es sich dabei um eine sehr intensive Art der Honiggewinnung und Ausbeutung von Bienen. Es werden Hochleistungsbienen gezüchtet, um die Erträge und die Gewinne zu steigern. In den Bienenstöcken herrscht Enge, die Krankheiten begünstigt.

Honigbiene vs Wildbiene

Sprechen wir von Bienen, meinen wir meistens lediglich die Honigbiene. Es gibt jedoch 561 Wildbienenarten!

Eine Honigbiene fliegt pro Tag bis zu 30-mal aus und besucht 200 bis 300 Blüten pro Flug. Eine wild lebende Solitärbiene kann pro Tag bis zu 5.000 Blüten schaffen!

Professor Peter Rosenkranz von der Universität Hohenheim meint, dass ein direkter Vergleich Honig versus Wildbiene schwierig ist. Auf das Individuum bezogen sind die Wildbienen etwas effektiver. Allerdings machen das die Honigbienen durch ihre Masse meist mehr als wett.

Professor Werner von der Ohe vom Institut für Bienenkunde Celle sagt: Um einen Hektar Apfelplantage zu bestäuben, braucht es mehrere zehntausend Honigbienen, aber nur ein paar Hundert Mauerbienen.

Bienenforscher fanden heraus, dass die Honigbienen Erdbeerfelder nur dann bevorzugen, wenn die Rapsblüte nicht so stark ist. Die Wildbienen dagegen bleiben den Rapsfelder treu. Dies zeigt, wie wichtig die Wildbienen für die Landwirtschaft sind.

Einige Wildbienen haben eine größere Kältetoleranz. Sie fliegen evtl. schon bei Temperatur von 4-5 °C (Honigbienen ab 12°C), was z.B. bei der Kirschblüte im frühen und oft kalten Frühjahr wichtig ist.

Es lässt sich nicht eindeutig festlegen, ob die Honigbienen oder die Wildbienen besser sind. Die Honigbienen arbeiten am effizientesten gemeinsam mit Wildbienen.

Die bedrohten Insekten

Insekten bestäuben unsere Kulturpflanzen und sorgen somit effizient für unsere Nahrung.

2/3 der Kulturpflanzen sind auf Insektenbestäubung angewiesen.

Die konventionelle Landwirtschaft ist durch den Einsatz von Pestiziden (Herbizide, Fungizide, Insektizide) für die drastische Abnahme der Artenvielfalt verantwortlich. Insbesondere die Insektizide aus der Gruppe der Neonikotinoide sind bienengefährlich. Sie schädigen das Nervensystem der Insekten, was zum Tod der Tiere führt. Lediglich drei Insektizide dieser Gruppe wurden von der EU im Jahr 2018 verboten. Herbizide vernichten Unkraut – die Nahrungsgrundlage der Insekten.

Stärker von den Pestiziden sind die frei lebenden Wildbienen betroffen. Sie können sich nicht wieder in den geschützten Raum im Bienenstock begeben.

Passend zum Thema: Klimaerwärmung und die Folgen für den Obstanbau

Wie du den Bienen helfen kannst

Auch in den Städten haben die Bienen und weitere Insekten schwer zu kämpfen. Die Hitze im Sommer, die fehlenden Grünflächen oder der Einsatz von Laubgebläsen machen ihnen das Leben schwer.

Wenn du in deinem Garten nicht auf einen gepflegten Rasen verzichten möchtest, lege unbedingt insektenfreundliche Blumenbeete an.

Sorge im Gemüsegarten für Vielfalt. Zwischen dem Salat und Karotten dürfen Blumen wachsen. Säe Gründung als Zwischenfrucht. Buchweizen oder Phazelia sind besonders insektenfreundlich. Einen naturgemäßen Garten darf man auf keinen Fall mit einem verwahrlosten Garten verwechseln. Und ein guter Gärtner ist ein fauler Gärtner!

Zuallerletzt bedanke ich mich bei Zuallerletzt bedanke ich mich bei Michèle Brunnmeier von amselle.de. Sie hat ihr Wissen über die Bienen mit mir geteilt  und meine zahlreichen Fragen beantwortet.

Und zu guter Letzt: Maximal 25 g Honig am Tag sind gut. Es scheint dennoch von Vorteil zu sein, den industriell hergestellten Zucker durch Honig im Speiseplan zu ersetzen. Für Kinder unter einem Jahr ist Honig nicht geeignet.

Nun versuch mal, Honig als Süßungsmittel in deiner Weihnachtsbäckerei auszuprobieren.

Hier noch einige lustige Fakten über die Bienen für die Kinder:

Lustige Fakten über die Bienen

Deine Alicja von kapelusch

Kardamom-Zimtkuchen auf einem Fruehstueckbrettchen aus Birkenholz

Nun versuch mal Honig als Süßungsmittel in deiner Weihnachtsbäckerei auszuprobieren.

Das süße Frühstückbrettchen aus Birkenholz der schwedischen Designer Bengt & Lotta auf dem Foto ist übrigens ein schönes Geschenk zu Weihnachten (selbst gekauft, unbeauftragte Werbung). Erhältlich ist es bei Geschenkestern.

Hier noch einige lustige Fakten über die Bienen für die Kinder:

Lustige Fakten über die Bienen

Deine Alicja von kapelusch

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