Warum solltest du wert auf nachhaltige Kinderkostüme legen? Kaum ist Weihnachten vorbei, geht es mit dem Karneval weiter. Die Eltern und die Kinder machen sich Gedanken um die Faschingskostüme.
Für mich ist es ganz klar, dass sich all diese Gedanken um nachhaltige Faschingskostüme für die Sprösslinge drehen sollten. Die Kinder nutzen die Kostüme schließlich ganzjährig und tragen sie auf ihrer Haut.
Die Europäische Gemeinschaft bemüht sich mit ihrer Strategie für nachhaltige und kreislauffähige Textilien um eine Definition und die Regulierung. Die Tendenz ist jedoch, Fasern aus fossilen Brennstoffen als nachhaltig anzuerkennen. Das wäre ein fataler Fehler.
Mit dem Begriff Nachhaltigkeit sollte man trotzdem vorsichtig umgehen. Die Verbraucher sollten schließlich nicht mit falschen Versprechen in die Irre geführt werden. Deshalb gehe ich sparsam damit um und beziehe mich hauptsächlich auf die Naturfasern, Schadstofffreiheit, Langlebigkeit und die Sicherheit in meiner Sicht auf die Nachhaltigkeit.
Nichtsdestotrotz: Kinder lieben es, sich ständig zu verkleiden und in neue Rollen zu schlüpfen. Die Freude an den Verkleidungen darf nicht nach dem ersten Mal vergehen, weil die Nähte der Polizeiuniform oder des Aschenputtelballkleides aufgegangen sind. Deshalb solltest du auf gute Qualität und Verarbeitung setzen. Die Nachhaltigkeitsformel beinhaltet die Langlebigkeit.
Gute Gründe gegen den Kauf von fertigen Faschingskostümen
Ein nachhaltiges und ökologisch einwandfreies Kostüm für dein Kind wirst du im Handel wahrscheinlich nicht finden. Die meisten sind aus 100 % Polyester unter Einsatz von viel Glitzer, Plastik und Pailletten gefertigt. Für die Umwelt eine enorme Belastung. Es gibt hier und da Qualitätsunterschiede. Dennoch sollten wir mit dem Kauf eines Polyesterkostüms die negative Entwicklung nicht fördern.
Laut utopia.de war kein einziges Karnevalskostüm für Kinder bei Öko-Test frei von Schadstoffen. Für mich erschreckend und ernüchternd. Aktuell sind die europäischen Märkte mit billigen Produkten chinesischer Onlineplattformen wie SHEIN oder Temu überschwemmt. Diese Produkte entsprechen oft nicht den europäischen Normen und Gesetzen.
Mittlerweile sind in einigen Onlineshops Kinderkostüme aus Baumwolle zu finden. Einige sind sogar GOTS-zertifiziert.
Für den Gesetzgeber sind Kostüme für Kinder Spielsachen und unterliegen somit bestimmten gesetzlichen Mindestanforderungen.
GS – die geprüfte Sicherheit
Das GS-Zeichen steht für geprüfte Sicherheit. Spielzeug mit diesem Zeichen wurde von unabhängiger Stelle geprüft, ob es die Anforderungen nach dem Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) erfüllt. Es handelt sich allerdings um eine freiwillige Prüfung des Herstellers. Da ich jetzt selbst neugierig geworden bin, habe ich mich auf die Suche nach GS-zertifizierten Kinderfaschingskostümen begeben. Über meine Erkenntnisse werde ich sofort berichten.
CE – Zeichen
Das CE-Zeichen ist dagegen kein Prüfzeichen. Es muss aber auf Spielzeugen vorhanden sein und der Hersteller führt die Sicherheitsprüfung in eigener Regie durch. Dies wird durch verschiedene Verbraucherorganisationen zu recht kritisiert.
Ein Blick auf die Websiten Produktwarnungen.eu oder Rapex lohnt sich immer.
Informationen zum Thema Kinderspielzeug der Verbraucherzentrale
DIY – Upcycling – Kostüme selber basteln
Deshalb gibt es praktisch nur eine Möglichkeit, in den Besitz eines nachhaltigen Kostüms für die Kinder zu gelangen, nämlich, es selber zu machen. Mit etwas Geduld und Kreativität lassen sich ganz persönliche und einzigartige Verkleidungen zaubern.
Eigentlich bin ich kein großer Freund der Wiederverwertung von gebrauchter Kleidung. Für Kinderkostüme eignen sich allerdings gebrauchte T-Shirts, Röcke, Opas Sakkos oder Tantes Glitzerkleid hervorragend.
Meine Tochter hatte ein ganz großes Glück – meine Schwester liebte nämlich Glanz und Glitter. Von ihr hat sie ganz viele Kleider geerbt, die dauernd umgestaltet und angepasst wurden.
Aus kaputten Kinderstrumpfhosen lassen sich tolle Rapunzel-Zöpfe flechten. Auch alte Vorhänge können als ein Kleid in der Verkleidungskiste im Kinderzimmer wiederbelebt werden.
Möchtest du ein Kostüm selber nähen, kannst du für dein Projekt nachhaltige Baumwollstoffe kaufen oder bereits vorhandene Stoffreste verwenden. Wollreste sind ebenfalls für deine kreative Kostümwerkstatt super geeignet. Befinden sich unter der Materialsammlung auch Polyesterstoffe oder –Strickgarne, läuft das selbstverständlich unter Upcycling.
Die Verarbeitung von vielen Polyesterstoffen ist für Unerfahrene (Hobbynäherinnen) sehr schwierig und kann zur Verzweiflung führen
- Alpenvlies ist der lebhafteste Stoff, den ich je unter der Nähmaschine hatte
- Organza tritt an zweiter Stelle
- Pannesamt rollt sich zusammen. Beim Zuschneiden und Zusammennähen kostet es viele Nerven
Vliesstoffe aus Polyester finde ich grundsätzlich zu warm für die Kinderkostüme.
Sicherheit der Kinder geht vor
An allererster Stelle steht wahrscheinlich auch bei dir Spaß für die Kinder. Wenn du dich entschieden hast, ein Kostüm für dein Kind zu kreieren, solltest du auch die Sicherheit der deiner Kinder nicht außer Acht lassen (DIN EN 14682 „Sicherheit von Kinderbekleidung – Kordeln und Zugbänder an Kinderbekleidung“). Besonders bei jüngeren Kindern bis 7 Jahre solltest du Folgendes beachten
- keine Kordeln und Schnüre im Hals- und Nackenbereich incl. Kapuzen
- keine Kordeln und Schnüre am Saum oder in der Taille
- Fransen gelten als dekorative Kordel
Du kannst Klettverschlüsse oder Druckknöpfe als Alternative benutzen.
Hier kannst du über meine Leidenschaft für Verkleidungen lesen.
Deine Alicja von kapelusch


super Artikel, sehr aufweckend und inspirierend! Danke
Gerne. Es freut mich, dass der Artikel für dich inspirierend war.